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Sommertipp Gemüsepflege - Ernte verlängern und Gemüse versorgen

Auch wenn es im August schon Richtung "Wintergemüse" geht: Natürlich müssen Tomaten, Gurken, Zucchini & Co noch nicht die Beete räumen. Solange sie vital sind lässt sich noch schlemmen und genießen - und damit das lange so bleibt gibt es ein paar Tricks und Tipps.

Gegen das Wetter sind wir machtlos, gerade kühle und regnerische Sommerwochen setzen den Pflanzen zu und bieten Pilzkrankheiten beste Bedingungen. Aber auch große Hitzeperioden sind Stress und schwächen die Pflanzen.

Was wir jetzt tun sollten:

1. mulchen. Viele der Pilze sitzen in der Erde. Mulch verhindert, das diese mit Gieß- oder Regenwasser auf die Blätter gelangen können. Zudem werden die Früchte nicht schmutzig, wenn sie auf der Erde aufliegen. Und bei heißen Tagen hilft der Mulch das Wasser im Boden zu halten - und es wird nicht so heiß wie mit nackter, ausgetrockneter Erde.

2. auslichten. Gerade wenn es regnerisch und feucht ist sollte die Kultur so schnell wie möglich abtrocknen können. Also lieber etwas mehr Blätter entfernen und möglichst alle, die nicht mehr schön sind oder Flecken bekommen. Die Pflanzen brauchen Luft und sollten nicht zu dicht stehen.

3. düngen nicht vergessen! In der Hauptvegetationsphase brauchen alle großen Pflanzen viel "Stoff", also Nährstoffe, am besten flüssig als verdünnte Jauche oder organischem Flüssigdünger. Tomaten, Gurken, Zucchini, auch Paprika und Physalis freuen sich über einen nahrhaften Guß alle 1-2 Wochen. Natürlich auch die Sommerkohle wie Wirsing, Kohlrabi und Brokkoli. Nicht zu viel, aber stetig. Die flachwurzelnden Gurken freuen sich bollig über eine Schippe Kompost jede Woche (immer oben auf!)

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4. stärken! Um die Pflanzen unempfindlich gegen Wetterkapriolen und Pilzkrankheiten zu machen gibt es viele Wege. Regelmäßig besprühen oder gießen mit verdünnter Jauche, Präparaten mit effektiven Mikroorganismen, Pflanzentees, Bokashi Saft oder auch verdünnte Milch hilft enorm. Gute Partner sind Brennnessel und Schachtelhalm. Aber auch Pfefferminze, Salbei und Beinwell.
Wermuttee hilft gegen unerwünschte Mittesser.

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5. gießen! Und zwar mit Augenmaß. Lieber weniger häufig, dafür durchdringend. Die Faustregel ist: 1l durchfeuchtet einen Quadratmeter 1cm tief. Das ist nicht viel, eigentlich nichts. 10l, also eine große Gießkanne, schafft schon 10cm tief Feuchtigkeit, das ist aber immer noch nicht viel. Daher ist es besser alle paar Tage 2-3 Gießkannen pro qm auszubringen (nach und nach, damit es auch versickern kann), also jeden Tag wenige cm, die bei den Wurzeln der Pflanzen gar nicht ankommen. Die meisten Gemüse sind ohnehin Tiefwurzler, und suchen sich im Garten das tiefere Wasser. Dazu kann man sie erziehen, indem man eben nicht täglich wenig, sondern bei großer Hitze ab und an viel gießt. Salate und Gurken sind Flachwurzler und brauchen täglich ausreichend nass um knackig zu bleiben.
In Hochbeeten, Kübeln und Balkonkästen stellt man sich der Herausforderung des richtigen Gießens. Hier hilft nur: die Pflanzen beobachten und lernen. Gerade Hochbeete ohne Bodenanschluß sind oft oben nass und unten trocken. Hier ist eine regelmäßige Durchfeuchtung schwierig. Auf jeden Fall ist mulchen wichtig, um die Feuchtigkeit zu halten. Wo es geht leisten Untersetzer gute Dienste. Hier soll das Wasser nicht dauerhaft stehen, aber es ist gut, wenn ablaufendes Wasser erst noch zur Verfügung steht und der trockene Erdballen sich von unten vollsaugen kann. Trockenes Substrat nimmt schwer Wasser auf.

Jedes Jahr ist anders, und auch jede Pflanze hat bessere oder schlechtere Gene. Mal klappt in einem Jahr alles, mal nur wenig oder nichts - lassen Sie sich nicht entmutigen: das ist Natur!

Wir wünschen viel Erfolg und gute Ernte!

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